Stadion am Gesundbrunnen - "Plumpe"
 Errichtet: 1923  Lage: Ecke Behm-/ Bellermannstraße, 12357 Berlin Wedding
 Kapazität: 35.000 Zuschauer, davon 3.600 überdacht
 Status: abgerissen
Die "Plumpe" - "Berlins schönste Kampfstätte".
Sie steht wohl bis heute als Synonym für die Entwicklung Herthas aus ihren Kinderschuhen hin zum renommierten und populärsten Berliner Fußballverein mit den krönenden zwei deutschen Meister-schaften 1930 und 1931.
Anfang 1900 ließ der schwergewichtige Gastwirt Joseph Schebera beim Bahnhof Gesundbrunnen im Wedding, Ecke Behm-/Bellermannstraße, einen umzäunten Sportplatz für knapp 200 Zuschauer erbauen. Wohl mit dem Ansinnen, Sportvereine als Pächter zu gewinnen und Besucher sowie Sportler nach dem Abpfiff in seiner Gaststätte zu bewirten.
Faszination "Zauberberg"
Scheberas Restaurant lag tiefer als die Straße, und musste über eine Holzstiege betre-ten werden und hieß deshalb "die Kute" (= Kuhle).
Der zunächst als Pächter gedachte BFC Rapide Niederschönhausen konnte allerdings die notwendigen finanziellen Mittel nicht aufbringen, und so benutzten zunächst zwei andere Vereine das Sportplatzgelände.
Die Verantwortlichen von Hertha 92, die schon längere Zeit gewillt waren, den Exer zu verlassen,  sahen ihre Chance,  und schlossen  kurzerhand 1904 einen Vertrag mit dem
Gastwirt über die Nutzung des Geländes.
1906 errang Hertha auf eben diesem Platz die erste Berliner Meisterschaft - es sollte nicht die letzte werden. Ein Jahr später entschied man sich aufgrund von Differenzen mit dem Gastwirt für einen Umzug nach Reinickendorf. Dort hatte ein Kneipier namens Kuhrmann eine ähnliche Sportstätte in der Nähe des Rathauses erbaut - nach nur zwei Jahren, 1909, kehrte Hertha allerdings zum Schebera-Platz in den Wedding zurück, und sollte fortan auch dort blei-
Postkarte der "Plumpe"
ben.
Der umtriebige Bankkaufmann Wilhelm Wernicke, der 1909 den Hertha-Vorsitz übernahm, schaffte es, in den darauffolgenden Jahren immer wieder attraktive Gegner aus allen Erdteilen zu Freundschafts-spielen an die Plumpe einzuladen, was Hertha auch international Renommé verschaffen sollte. Unter anderem seien hier die englischen Spitzenmannschaften Southend United, die Tottenham Hotspurs, Blackburn Rovers oder auch der FC Sunderland erwähnt.
Hertha 92 entwickelte sich zu dieser Zeit finanziell sowie sportlich sehr gut.
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